Re: [HM] the term 'arithmetization'


Subject: Re: [HM] the term 'arithmetization'
From: Julio Gonzalez Cabillon (jgc@adinet.com.uy)
Date: Fri Dec 31 1999 - 14:13:44 EST


Dear Bill, & other friends,

At 08:58 AM 31/12/1999 EST, you asked:

     "Am I right in assuming that Mic Detlefsen means (by "Kronecker's Essay
     of 1887") Kronecker, "Ueber den Zahlbegriff" in Crelle's, 101(1887)...?"

Yes, indeed. The key-text is:

     ... ich glaube auch, dass es dereinst gelingen wird, den
     gesammten Inhalt aller dieser mathematischen Disciplinen
     zu "arithmetisiren", d.h. einzig und allein auf den im
     engsten Sinne genommenen Zahlbegriff zu gruenden, also
     die Modificationen und Erweiterungen dieses Begriffs
     wieder abzustreifen ...

For completeness I include below the first lines of "Ueber den Zahlbegriff"
(von L. Kronecker) which provide further context:

 "Auf dem freien Plane philosophischer Vorarbeit, aus welchem man in die
 eingehegten Gebiete der verschiedenen Wissenschaften gelangt, sind auch
 die Begriffe der Zahl, des Raumes und der Zeit zu entwickeln, von welchen
 in der Mathematik Gebrauch gemacht wird. Und es erscheint zweckmaessig,
 die Entwickelung dort so weit zu fuehren, dass die Begriffe schon mit ihren
 Grundeigenschaften ausgestattet sind, wenn die specialwissenschaftliche
 Behandlung beginnt.

 So soll dies hier in Beziehung auf den Zahlbegriff geschehen, den
 einfachsten jener drei Begriffe, dessen dominirende Stellung _Jacobi_ in
 einem seiner Briefe an _Alexander v. Humboldt_ sehr schoen hervorgehoben
 hat.

 "Ein Alter" - so beginnt einer dieser Briefe - "vergleicht die Mathematiker
 mit den Lotophagen. Wer einmal, sagt er, die Suessigkeit der mathematischen
 Ideen gekostet, kann nicht mehr davon ablassen. Schreiben Sie also meinen
 vorigen Brief der Raserei zu, in welche jene Lotosfresser versinken, wenn
 sie den Cultus jener Ideen vernachlaessigt oder sie nur ihrer zufaelligen
 Anwendungen wegen geschaetzt glauben. Und sagt nicht Aehnliches schon
 _Schiller_ in den Xenien in seinem kleinen Gedicht

                Archimedes und der Juengling
     Zu Archimedes kam ein wissbegieriger Juengling,
     Weihe mich, sprach er zu ihm, ein in die goettliche Kunst,
     Die so herrliche Dienste der Sternenkunde geleistet,
     Hinter dem Uranos noch einen Planeten entdeckt.
     Goettlich nennst Du die Kunst, sie ist's, versetzte der Weise,
     Aber sie war es, bevor noch sie den Kosmos erforscht,
     Ehe sie herrliche Dienste der Sternenkunde geleistet,
     Hinter dem Uranos noch einen Planeten entdeckt.
     Was Du im Kosmos erblickst, ist nur der Goettlichen Abglanz,
     In der Olympier Schaar thronet die ewige Zahl."

 In dieser geistvollen Parodie des _Schiller_schen Gedichts "Archimedes
 und der Schueler" bezeichnet _Jacobi_ die Stellung des Zahlbegriffs in
 der gesammten Mathematik echt poetisch aber auch genau zutreffend und ganz
 aehnlich wie _Gauss_ in den Worten: "Die Mathematik sei die Koenigin der
 Wissenschaften und die Arithmetik die Koenigin der Mathematik. Diese lasse
 sich dann oefter herab, der Astronomie und andern Naturwissenschaften einen
 Dienst zu erweisen, doch gebuehre ihr unter allen Verhaeltnissen der erste
 Rang".

 In der That steht die Arithmetik in aehnlicher Beziehung zu den anderen
 beiden mathematischen Disciplinen, der Geometrie und Mechanik, wie die
 gesammte Mathematik zur Astronomie und den andern Naturwissenschaften; auch
 die Arithmetik erweist der Geometrie und Mechanik mannigfache Dienste und
 empfaengt dagegen von ihren Schwester-Disciplinen eine Fuelle von Anregungen.
 Dabei ist aber das Wort "Arithmetik" nicht in dem ueblichen beschraenkten
 Sinne zu verstehen, sondern es sind alle mathematischen Disciplinen mit
 Ausnahme der Geometrie und Mechanik, also namentlich die Algebra und
 Analysis, mit darunter zu begreifen. Und ich glaube auch, dass es dereinst
 gelingen wird, den gesammten Inhalt aller dieser mathematischen Disciplinen
 zu "arithmetisiren", d.h. einzig und allein auf den im engsten Sinne
 genommenen Zahlbegriff zu gruenden, also die Modificationen und
 Erweiterungen dieses Begriffs wieder abzustreifen, welche zumeist durch die
 Anwendungen auf die Geometrie und Mechanik veranlasst worden sind. Der
 principielle Unterschied zwischen der Geometrie und Mechanik einerseits
 und zwischen den uebrigen hier unter der Bezeichnung "Arithmetik"
 zusammengefassten mathematischen Disciplinen andererseits besteht nach
 _Gauss_ darin, dass der Gegenstand der letzteren, die Zahl, _bloss_ unseres
 Geistes Product ist, waehrend der Raum ebenso wie die Zeit auch _ausser_
 unserem Geiste eine _Realitaet_ hat, der wir a priori ihre Gesetze nicht
 vollstaendig vorschreiben koennen." [ Note: I have omitted the footnotes! ]

                             ------------

And, certainly, the expression "Arithmetisirung der Mathematik" (as such)
was introduced by Felix Klein in 1895 during his address before the
_Koeniglichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Goettingen_ [i.e. The Royal
Society of Sciences, Goettingen].

The first words of this speech (which I translate freely, but I hope
correctly!) were:

  "Dear Sirs,

  Any particular theory of the Mathematical Science ... could be beyond the
  understanding of those that are alien to its study and, consequently, not
  interested in it, but the mathematician, however, must try to announce the
  general points of view under which he sees the development of his Science.
  More importantly, these views should make it possible to specify their
  correlation with the neighbouring scientific fields. On this occasion I
  would also like to try to give an opinion with respect to this significant
  mathematical direction, which has Mr Weierstrass as the main representative,
  of whom we come of celebrating his eightieth anniversary. I speak about
  the _Arithmetization of Mathematics_. But, before, I must give some
  explanations in connection with the origins and tendencies of this kind
  of ideas."
                                   .
                                   .
                                   .

  "I would like to define all these developments by just one word:
  _Arithmetization of Mathematics_." ...
                                   .
                                   .
                                   .

And the closing paragrah of Klein's address was as follows:

  "I compare mathematical Science with a tree of which its roots are rooted
  more deeply in the ground each day, whereas above the branches extend
  freely and cast their shadows on us. Do we have to regard either the roots
  or the branches as the most essential part? The botanist teaches us that
  the question is wrongly posed and that the life of the organism depends
  instead on _the mutual exchange between its various_ parts."

                             ------------

Cuando era un nin~o imaginaba el 2000 tan distante, tan lejano. Imaginaba
muchas otras cosas que supuestamente existirian al finalizar este milenio,
pero que hoy estan muy lejos aun en nuestro horizonte - la realidad no
supero pues mi fantasia. Pero no por ello dejare de reconocer que los
juguetes de la tecnologia actual (y *ahora* no quisiera ir mas alla de
aquellos que a este foro conciernen) han desbordado mis mas optimistas
especulaciones juveniles. La posibilidad cierta de 'conversar' con gente
'so nice', de tantas y tan diversas regiones de este planeta ('en tiempo
real', como se dice hoy), es un privilegio (asi lo siento) que jamas
hubiese podido vislumbrar en mi epoca de estudiante. Claramente, en esto
la realidad si ha vencido mi capacidad de asombro. Muchisimas gracias a
todos, especialmente a quienes dia tras dia colaboran para que este foro
de discusion sea una verdadera y valiosa 'virtualidad real'.

Desde un hermoso, soleado y especial dia de verano, reciban todos ustedes
mis mas afectuosos saludos,

Julio Gonzalez Cabillon



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